Winterschlaf 2

Winterschlaf für Igel in Pflege
  
Bei Igeln in Pflege ist das Thema Winterschlaf nicht ganz einfach. Deshalb möchten wir an dieser Stelle nur unsere persönlichen Erfahrungen wiedergeben.
Für uns gibt es zwei Hauptfaktoren für die Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt wir einen Igel in den Winterschlaf lassen: Gesundheitszustand und Gewicht.

Da alle unsere Pfleglinge entweder unterernährt, krank, Waisen oder alles zusammen sind, versuchen wir meistens die Igel, die sehr krank (Lunge etc.) sind, so spät wie möglich in den Winterschlaf zu lassen. Je länger man wartet, desto gesünder sind die Tiere und um so mehr steigt die Chance, dass sie wieder erwachen. Genau die gleiche Situation ist es bei den unterernährten Igeln oder bei Waisen, die von uns groß gezogen werden: je länger man wartet, desto besser ist die Gewichtszunahme. Man kann eigentlich nicht pauschal sagen,wie schwer die Igel sein müssen, um ungefährdet den Winterschlaf zu überstehen. Bei kleinen Igeln, die im selben Jahr geboren wurden in dem sie Winterschlaf halten, reichen meistens 500 - 700 gr aus. Bei älteren Tieren, die schon größer sind, sollten es unserer Meinung nach mind. 800 - 1000 gr sein. Das ist allerdings in vielen Fällen graue Theorie. Wir haben bei den meisten Tieren (auch bei Jungigeln, die noch nie einen Winterschlaf gehalten haben) festgestellt, dass sie eine innere Uhr haben. D.h. die Igel stellen von einem Tag auf den anderen das Fressen ein. Sie fressen nichts oder fast nichts mehr. Tritt dieser Fall ein, setzen wir die Tiere in einer Kiste die ein mit Überwinterungsmaterial gefülltes Schlafhaus enthält, sofort auf unserem Balkon aus. Da die Kiste auch noch Futter und Wasser enthält, kann das Tier weiterfressen, wenn es doch noch nicht schlafen will. Nach unserer Meinung wäre jedes weitere Hinauszögern gefährlich, da der Igel in diesem Fall schnell Gewicht verliert. Es ist meistens sinnlos zu versuchen, die Tiere in der Wohnung in den Winterschlaf zu bringen, da es in Wohnungen oder Kellern nie unter 6°C ist. Da wir auf der vorherigen Seite schon erwähnt haben, dass die Tiere bei einer Temperatur zwischen ca. 6° - 12°C in einen Dämmerschlaf fallen, in dem sie zu viel Energie verbrauchen, gilt bei uns “je kälter, desto besser”.

Als Schlafhaus benutzen wir sogenannte Toolboxen aus Heimwerkermärkten. Dies sind Kunststoffkisten mit Klappdecke, die es in verschiedenen Größen gibt. Diese Kisten stopfen wir mit Stroh und Papierschnipseln als Isoliermaterial sehr dick aus.

Kontakt

Toolbox ohne Nestmaterial

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